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Installation von induktiven Höranlagen

In den meisten Fällen lassen sich induktive Höranlagen rasch, einfach und somit mit sehr geringen Kosten installieren. Wichtig dabei ist, daß dies bereits bei der Planung berücksichtigt wird, dann ist die Installation einer induktiven Höranlage eine sehr preiswerte Lösung. Eine nachträgliche Installation ist natürlich ebenfalls möglich, verursacht aber in den meisten Fällen dann Zusatzkosten.

 

Induktive Höranlagen finden vor allem in öffentlichen Gebäuden und Veranstaltungsräumen wie z. B. Kirchen, Kinos, Theatern und Vortragssälen Anwendung. Nach der Bundesbaurichtlinie müssen öffentliche Gebäude dann, wenn eine Lautsprecheranlage installiert wird, auch - sofern machbar - mit einer Höranlage versehen werden, bevorzugt mit einer Induktionsanlage.

 

Ein entsprechend dem heutigen Stand der Technik geplantes und fachgerecht installiertes Schwerhörigensystem bringt Zuhörern mit Hörbeeinträchtigung neue Lebensqualität. Grundsätzlich ergänzen sich moderne Lautsprecheranlagen, wie Coaxial-Linienstrahler oder DSP-gesteuerte Aktivlautsprecher, mit induktiven Schwerhörigensystemen in idealer Weise. Ein wichtiger Grund hierfür ist, dass die Wahl der Verstärkertechnologie und der für diese Anwendung richtigen Mikrofone ganz entscheidenden Einfluss auf die Qualität der Audioübertragung und somit auch für die Sprachverständlichkeit der induktiven Höranlage hat.

Diese Technik ist aber nicht nur für Veranstaltungssäle, sondern auch für den Wohnbereich interessant. Die notwendigen Signalquellen (z.B. TV, Video, Radio) stehen zumeist bereits zur Verfügung. Es sind somit nur eine kleine induktive Höranlage für den Wohnbereich und die Ringleitung selbst erforderlich. Die Verlegung der Ringleitungen ist dank spezieller Kabel zumeist unproblematisch möglich. Die Bedienung der induktiven Höranlage beschränkt sich ausschließlich auf das Ein- und Ausschalten. Alle anderen Einstellungen werden bei der Installation vorgenommen und brauchen nicht mehr verändert zu werden.

Durch entsprechende Auslegung der Anlage und Verlegung der Ringleitung läßt sich eine gleichmäßige "Beschallung" der gewünschten Flächen erreichen, sodaß Hörschatten nahezu ausgeschlossen sind. Somit wird einer Ghettobildung (Hörgeräteträger können sich nur an bestimmten Orten aufhalten) vorgebeugt. Dies ist ein wesentlicher psychologiescher Aspekt, der keinesfalls unterschätzt werden darf.

Störungen dieses induktiven Schwerhörigensystems können insbesonders durch Fremdmagnetfelder entstehen. Diese können z.B. durch Leuchtstofflampen mit konventionellen Vorschaltgeräten, durch nahegelegene Trafostationen oder Motoren mit höherer Leistung, aber auch durch Hochspannungsleitungen, Fahrdrähte von Straßen- oder Eisenbahn oder ähnlichem entstehen. Diese Fremdeinflüsse können auch durch sorgfältige Planung und Auslegung eines induktiven Schwerhörigensystems nicht völlig vermieden werden.

Die sorgfältige Untersuchung der Gegebenheiten vor der Planung und Installation einer induktiven Höranlage ist somit Voraussetzung für die spätere einwandfreie Funktion des Systems. Ebenso wichtig ist es, daß die Planung der Anlage nach den Richtlinien der internationalen Normen vorgenommen wird. Hier gilt insbesonders die Norm der Internationalen Elektrotechnischen Kommission, ÖVE EN60118-4. Da Österreich Mitglied der IEC ist, hat diese Norm auch in Österreich Gültigkeit. Darüber hinaus ist zu beachten, daß die verwendeten Verstärker unbedingt mit einer automatischen Verstärkungsregelung (AGC, Dynamikkompressor) ausgestattet sind. Verstärker, die diesen Anforderungen nicht genügen, sind für moderne induktive Höranlagen nicht geeignet.

Leider werden nachwievor Anlagen mit über Trafos angepaßten Spannungsverstärkern angeboten, die mit Ringleitungen mit mehreren Windungen arbeiten. Diese Uralt-Technik ist nicht in der Lage, die modernen Anforderungen an eine moderne Höranlage auch nur annähernd zu erfüllen.